Einfach losgefahren
Heute vor vier Jahren sind wir einfach losgefahren.
Neun Tage, die unser Leben verändert haben – und warum „Das wird schon“ manchmal tatsächlich ein Plan sein kann
09.09.2026.

Heute vor vier Jahren saßen wir in unserem Auto, hinter uns der Wohnwagen, bei uns Jasmin und unsere beiden großen Hunde Maya und Karla.
Unser Haus war verkauft.
Unser gesamtes bisheriges Leben auf ein paar wenige Dinge reduziert.
Ein neues Haus auf Madeira hatten wir gerade erst gefunden.
Einziehen konnten wir dort noch nicht.
Und vor uns lagen drei Monate, von denen wir ungefähr wussten, dass wir irgendwann Kroatien und Spanien sehen wollten.
Man könnte sagen:
Wir waren hervorragend vorbereitet. 😂
Aber vielleicht müssen wir ein kleines Stück zurückgehen.
Denn die Geschichte dieses 9. September begann eigentlich schon viele Monate vorher.
Daniela – „Wir gehen im September.“
Als wir uns im Januar 2022 entschieden hatten auszuwandern, war da bei mir sehr schnell dieses tiefe Gefühl:
Wir gehen im September.
Nicht: Vielleicht.
Nicht: Wenn alles klappt.
Nicht: Wenn unser Haus verkauft ist und wir auf Madeira ein neues gefunden haben und sämtliche organisatorischen Fragen geklärt sind.
Nein.
Wir gehen im September.
Für mich war das keine Prognose.
Es war irgendwie eine Tatsache.
In meinen Channelings war außerdem immer wieder ein Datum aufgetaucht:
der 15. August.
An diesem Tag, so hatte ich es wahrgenommen, würden die Menschen kommen, die unser Haus kaufen.
Also fing ich an.
Ich räumte aus.
Ich sortierte.
Ich verkaufte und verschenkte Dinge.
Stück für Stück löste ich unser bisheriges Zuhause auf.
Dass unser Haus zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht verkauft war?
Ja.
Dass wir auf Madeira noch kein Haus hatten?
Auch ja.
Dass Ralf mich zwischendurch vermutlich ansah und sich fragte, ob seine Frau vielleicht ein paar nicht ganz unwesentliche Details übersah?
Vermutlich ebenfalls ja. 😂
Aber in mir war dieses Wissen:
Wir gehen.
Ralf – „Ja. Aber wohin genau?“
Ich würde an dieser Stelle gerne ergänzen, dass „Wir gehen“ für Daniela bereits ein vollständig ausgearbeiteter Plan war.
Für mich bestanden dagegen noch ein paar offene Punkte.
Zum Beispiel:
Unser Haus war nicht verkauft.
Wir hatten auf Madeira noch kein Haus.
Wir hatten ein Kind.
Zwei große Hunde.
Einen Wohnwagen.
Und irgendwie musste das Ganze auch finanziell funktionieren.
Kleinigkeiten eben.
Natürlich wollte ich genauso nach Madeira.
Die Entscheidung hatten wir gemeinsam getroffen. Und auch ich hatte dieses Gefühl, dass unser Leben sich verändern sollte.
Aber während Daniela innerlich offenbar schon irgendwo auf Madeira saß und aufs Meer schaute, saß ich gedanklich noch mit unserem Bankkonto am Küchentisch. 😂
Die Monate vergingen.
Und unser Haus verkaufte sich eben nicht.
Unsere Maklerin hatte anfangs gesagt, die Leute würden uns wahrscheinlich die Tür einrennen.
Das klang gut.
Nur wusste unsere Haustür offenbar nichts davon.
Die Zahl der tatsächlichen Interessenten konnten wir irgendwann fast an einer Hand abzählen.
Die Zinsen waren gestiegen und der Immobilienmarkt hatte sich verändert.
Und irgendwann rückte dieser September verdammt nahe.
Ich fragte mich deshalb durchaus:
Wie soll das funktionieren?
Daniela – „Vertrau doch einfach.“
Ich glaube, mein wichtigstes Argument in dieser Zeit war:
„Vertrau doch einfach.“
Ich glaube, Ralf liebte diesen Satz damals sehr.😂
Denn natürlich sah auch ich, dass unser Haus noch nicht verkauft war.
Ich wusste auch, dass wir auf Madeira noch kein Zuhause hatten.
Aber dieses Gefühl in mir änderte sich trotzdem nicht.
Wir hatten außerdem von Anfang an beschlossen, nicht direkt nach Madeira zu ziehen.
Wir wollten vorher mit Jasmin noch einmal gemeinsam los.
Mit dem Wohnwagen durch Europa.
Kroatien.
Spanien.
Eigentlich auch Portugal – dafür sollte die Zeit später allerdings nicht mehr reichen.
Drei Monate unterwegs.
Noch einmal dieses Dazwischen genießen, bevor unser neues Leben auf Madeira beginnen würde.
Und deshalb sagte ich immer wieder:
„Am 1. September gehen wir.“
Ob das Haus verkauft ist oder nicht.
Heute würde ich sagen:
Da kam vermutlich mein Schütze-Mond ziemlich deutlich durch. 😄
Und dann kam der 15. August
Ich werde diesen Tag wahrscheinlich nie vergessen.
15.08.2022.
An diesem Tag kam eine Familie zur Hausbesichtigung.
Ein Paar mit einem Kind.
Die Frau war hochschwanger.
Und als sie durch unser Haus gingen, war da dieses Gefühl.
Zwei Tage später, am 17. August, kam die Zusage.
Sie wollten unser Haus kaufen.
Nach all den Monaten.
Nach dem Warten.
Nach den wenigen Besichtigungen.
Nach Ralfs berechtigten Fragen.
Und nach meinem immer wiederkehrenden:
„Am 15. August kommen die Menschen, die unser Haus kaufen.“
Sie waren tatsächlich am 15. August gekommen.
Ralf
Ich weiß nicht mehr genau, wie oft Daniela danach gesagt hat:
„Siehst du!“
Meine Erinnerung könnte an dieser Stelle allerdings aus Selbstschutz gewisse Lücken aufweisen.😂
Daniela
Ich habe das bestimmt überhaupt nicht ausgeschlachtet.
Vielleicht ein kleines bisschen.😂
Aber plötzlich bewegte sich alles.
Unser Haus war verkauft.
Jetzt fehlte eigentlich nur noch eine Kleinigkeit:
Wir hatten auf Madeira immer noch kein Haus.
Ralf – Und dann fand ich irgendwann im Internet dieses Haus auf Madeira.
Ich weiß noch, dass ich es ansah und ziemlich schnell dieses Gefühl hatte:
Das ist unser Haus.
Nicht: Das könnte interessant sein.
Nicht: Das sollten wir uns vielleicht einmal anschauen.
Sondern tatsächlich:
Das ist es.
Also zeigte ich es Daniela.
Und normalerweise könnte jetzt der Teil unserer Geschichte kommen, an dem einer von uns begeistert ist und der andere erst einmal die Fakten prüft.
Nur diesmal nicht.
Daniela – „Das ist unser Haus.“
Ich sah es und sagte genau dasselbe:
„Das ist unser Haus.“
Da gab es zwischen uns überhaupt keine Diskussion.
Wir wussten es beide.
Und für mich kam noch etwas dazu.
Ich kannte dieses Haus.
Oder besser gesagt: Es erinnerte mich an etwas.
Bereits 2017 hatte ich ein Bild gemalt. Ein Haus, das damals einfach aus mir heraus entstanden war.
Und nun saßen wir da, fünf Jahre später, schauten auf dieses Haus auf Madeira – und ich dachte nur:
Das ist das Haus aus meinem Bild.
Also wurde telefoniert.
Unsere Maklerin setzte sich mit dem zuständigen Makler in Verbindung.
Und dann kam die Antwort:
Das Haus ist verkauft.
Ralf
Und das war schon ein Moment.
Denn wenn wir beide bei einem Haus sofort dieses Gefühl haben und dann hören müssen:
„Tut uns leid, das ist bereits verkauft“,
ist das natürlich erst einmal ernüchternd.
Rein faktisch war die Sache damit erledigt.
Daniela
Rein faktisch.😂
Denn bei mir kam ziemlich schnell:
„Nein. Das kann nicht sein. Das ist unser Haus.“
Und diesmal konnte Ralf zumindest nicht sagen:
„Daniela, du hast dich da wieder in irgendetwas verrannt.“
Denn schließlich hatte er es zuerst gesagt.😂
Ralf
Das ist korrekt.
Damit hatte ich mir argumentativ natürlich eine ausgesprochen ungünstige Ausgangslage geschaffen.
Aber tatsächlich war da auch bei mir dieses Gefühl.
Dieses Haus hatte etwas.
Und trotzdem war die Information erst einmal eindeutig:
Verkauft.
Was sollten wir also machen?
Und dann klingelte das Telefon …
Nur wenige Stunden später meldete sich unsere Maklerin wieder.
Der Verkauf war offenbar doch nicht zustande gekommen.
Das Haus war wieder frei.
Und plötzlich bekam dieses gemeinsame „Das ist unser Haus“ noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
Dann kam nur noch die Frage:
„Wie schnell könnt ihr auf Madeira sein?“
Sehr schnell.
Zumindest theoretisch.
Denn wir befanden uns gerade selbst mitten in unserem Hausverkauf.
Und plötzlich begann eine Woche, bei der wir heute manchmal selbst nicht mehr glauben können, wie viel darin passiert ist.
Neun Tage, die sich wie neun Wochen anfühlten
1. September.
Die Nachricht:
Unser Haus auf Madeira ist doch wieder frei.
Flüge suchen.
Organisieren.
Telefonieren.
Überlegen.
2. September.
Unser eigener Notartermin in Deutschland.
Und rund um genau diesen Termin kam auch noch das Baby der Familie zur Welt, die unser Haus gekauft hatte.
Ich fand das damals schon berührend.
Während bei ihnen buchstäblich ein neues Leben begann, verabschiedeten wir uns gerade von unserem alten.
Und dann ging es Schlag auf Schlag.
3. September: Flug nach Madeira.
4. September: Wir standen zum ersten Mal vor unserem möglichen neuen Zuhause.
Bis dahin kannten wir es tatsächlich nur aus dem Internet.
Wir sahen es zunächst von außen.
Und dieses gemeinsame Gefühl war immer noch da:
Das ist es.
5. September: Besichtigung.
Jetzt durften wir hinein.
Und dann ging alles unglaublich schnell.
Unterlagen.
Gespräche.
Übersetzungen.
Formalitäten.
6. September: der Vorvertrag für unser Haus auf Madeira.
Innerhalb weniger Tage hatten wir also unser Haus in Deutschland verkauft und auf Madeira unser zukünftiges Zuhause gefunden.
7. September: Rückflug nach Deutschland.
Und am 9. September sollte unser bisheriges Haus bereits übergeben werden.
Wir hatten also noch ungefähr zwei Tage.
Zwei Tage für den Rest unseres bisherigen Lebens.
Kein Problem.😂
Daniela – „Oh Gott. Wie sollen wir das schaffen?“
Ja.
Auch ich kann diesen Satz sagen.
Denn plötzlich sah ich die ganzen Dinge, die noch übrig waren.
Obwohl ich seit Monaten ausgeräumt hatte, schien dieses Haus über eine geheime Fähigkeit zu verfügen, immer wieder neue Gegenstände hervorzubringen.
Wir kamen nachts zurück.
Wir mussten den Wohnwagen bereitmachen. Die letzten Sachen mussten raus. Das Haus musste fertig werden.
Und irgendwann dachte sogar ich:
Oh Gott. Wie sollen wir das alles schaffen?
Aber wir waren nicht allein.
Wir hatten Hilfe.
Wir packten.
Wir räumten.
Wir schleppten.
Und irgendwie geschah wieder das, was in dieser ganzen Zeit ständig geschah:
Es ging.
Nicht entspannt.
Nicht perfekt.
Aber es ging.
09.09.2022
Dann war er da.
Der Tag, von dem ich monatelang gesagt hatte:
Im September sind wir weg.
Unser Haus wurde übergeben.
Unser bisheriges Zuhause gehörte nun einer anderen Familie.
Und wir?
Wir hatten einen Wohnwagen.
Ein Auto.
Jasmin.
Maya, unsere ältere Halbschäferhündin.
Karla, unsere schwarze Schäferhündin mit ungefähr 40 Kilo.
Und uns.
Mehr brauchten wir erst einmal nicht.
Okay.
Vielleicht ein funktionierendes Auto.
Aber dazu kommen wir gleich.
Wir stiegen ein.
Wohnwagen dran.
Und jetzt sollte es endlich beginnen.
Kroatien, wir kommen!
Ralf – Da war allerdings noch eine Kleinigkeit …
Als wir zwei Tage zuvor, am 7. September, nachts aus Madeira zurückgekommen waren, hatte unser Auto plötzlich angefangen, diverse Warnleuchten anzuzeigen.
Nicht eine.
Mehrere.
Das ist grundsätzlich kein Anblick, den man besonders gerne sieht, wenn man zwei Tage später einen Wohnwagen quer durch Europa ziehen möchte.
Also kam mitten in der Nacht noch der ADAC.
Der Fehler ließ sich nicht richtig finden.
Aber wir konnten zumindest nach Hause fahren.
Nun könnte man natürlich sagen:
Vielleicht sollte man unter diesen Umständen nicht sofort Richtung Kroatien aufbrechen.
Daniela
Wir sind ja auch nicht Richtung Kroatien gefahren.
Ralf
Das stimmt.
Wir kamen ungefähr 15 bis 20 Kilometer weit.😂
Unser großes Abenteuer begann … auf einem Campingplatz um die Ecke.
Statt Richtung Kroatien fuhren wir zunächst auf einen Campingplatz in der Nähe.
Und dort standen wir.
Wir hatten unser Haus verkauft.
Wir hatten kein anderes Zuhause in Deutschland mehr.
Unser Haus auf Madeira konnten wir noch nicht beziehen.
Und unser Auto funktionierte nicht richtig.
Wenn man es so aufschreibt, klingt es möglicherweise nicht nach dem optimalen Start in ein neues Leben.
Das Auto kam in die Werkstatt.
Der Fehler saß in der Elektronik.
Und natürlich war es nicht einer dieser wunderbaren Fehler, bei denen jemand einmal kurz irgendwo einen Stecker hineinsteckt und sagt:
„Ach, da ist er ja.“
Nein.
Er wollte gefunden werden.
Das dauerte.
Und kostete uns auch einiges.
Ungefähr zwei Wochen vergingen, bevor wir wirklich weiterkonnten.
Und dann begann unsere Reise tatsächlich.
Irgendwann hing der Wohnwagen wieder am Auto.
Und diesmal kamen wir weiter als 20 Kilometer.
Österreich.
Unsere große Freiheit!
Unsere große Reise!
Unsere romantische Zeit als Familie!
Und Österreich begrüßte uns erst einmal mit ungefähr einer Woche Dauerregen. 😂
Drei Menschen.
Zwei große Hunde.
Ein Wohnwagen.
Und Regen.
Sehr viel Regen.
Man lernt sich als Familie auf diese Weise noch einmal auf vollkommen neue Art kennen.
Aber irgendwann hörte auch der Regen auf.
Und wir fuhren weiter.
Richtung Kroatien.
Istrien.
Später Spanien.
Und dann begann etwas, an das wir uns heute unglaublich gerne erinnern.
Daniela – Dieses Leben dazwischen
Weil wir außerhalb der Saison unterwegs waren, waren viele Campingplätze beinahe leer.
Manchmal fühlte es sich an, als gehörte ein ganzer Ort nur uns.
Wir wachten irgendwo auf und wussten:
Heute müssen wir nirgendwohin.
Wir hatten unser altes Leben bereits verlassen.
Aber unser neues hatte noch nicht richtig begonnen.
Wir waren einfach - "Dazwischen".
Und dieses Dazwischen hatte etwas unglaublich Besonderes.
Ich malte.
Ich machte meine Ketten.
Ich gab meine Moonreadings.
Wir hatten wunderschöne Tage.
Natürlich auch schwierige.
Denn drei Monate Wohnwagen sind nicht jeden Tag Freiheit, Sonnenuntergang und romantisches Lagerfeuer.
Schon gar nicht mit einem Kind und zwei großen Hunden.
Aber wir waren unterwegs.
Ralf – Und bei mir fing etwas Neues an
Auch für mich war diese Reise mehr als Urlaub.
Es entstand Raum.
Zum Denken.
Zum Tüfteln.
Zum Recherchieren.
Zum Ausprobieren.
Ich war zunehmend in dieser Erfinderphase, aus der später vieles entstehen sollte, was heute zu unserem Leben und auch zu Encanto da Madeira gehört.
Damals wussten wir das natürlich noch nicht.
Wir hatten keinen großen Businessplan für unser zukünftiges Leben auf Madeira.
Vieles entstand tatsächlich erst unterwegs.
Vielleicht auch deshalb, weil wir zum ersten Mal seit langer Zeit diesen Zwischenraum hatten.
Das Alte war abgeschlossen.
Das Neue noch offen.
Und irgendwann führte der Weg noch einmal zurück
Im Dezember kamen wir noch einmal nach Deutschland.
Unsere mittlere Tochter zog um und wir halfen ihr dabei.
Wir verbrachten Weihnachten mit unserer Familie.
Noch einmal Deutschland.
Noch einmal Familie.
Noch einmal dieses vertraute Leben.
Nur dass es nicht mehr unseres war.
Und dann kam der 27. Dezember 2022.
Wir stiegen wieder in ein Flugzeug.
Dieses Mal mit einem ganz anderen Gefühl als bei all den Reisen zuvor.
Daniela – Diesmal gab es kein Rückflugticket in unser altes Leben.
Als wir am 27.12.2022 auf Madeira landeten, war das anders.
Wir kamen nicht, um Urlaub zu machen.
Nicht, um ein Haus anzuschauen.
Nicht, um herauszufinden, ob wir uns vorstellen könnten, hier zu leben.
Wir kamen nach Hause.
In ein Zuhause, das wir wenige Monate zuvor noch nicht einmal gekannt hatten.
In ein Leben, von dem wir nicht wussten, wie es funktionieren würde.
Und vielleicht war genau das die größte Veränderung:
Wir mussten nicht mehr wissen, wie alles werden würde.
Wir mussten nur bereit sein, es herauszufinden.
Ralf – Vier Jahre später
Wenn ich heute auf diese Monate zurückblicke, kann ich meine damaligen Gedanken sehr gut verstehen.
Und wahrscheinlich würde ich viele dieser Fragen heute wieder stellen.
Nicht, weil ich nicht vertraue.
Und auch nicht, weil ich Danielas Intuition nicht kenne.
Ganz im Gegenteil.
Aber ich möchte verstehen.
Ich möchte prüfen.
Ich möchte wissen, ob etwas trägt.
Und damals ging es eben nicht nur um mich.
Es ging um unsere Familie.
Um unsere finanzielle Sicherheit.
Um unsere Zukunft.
Da kann man durchaus mal ein bisschen grübeln.
Vielleicht auch ein bisschen mehr.
Daniela – Vier Jahre später
Und ich würde vermutlich wieder sagen:
„Das wird schon.“
Nicht, weil mir alles egal ist.
Und auch nicht, weil ich glaube, dass man nur fest genug wünschen muss und dann erledigt das Universum den Rest.
Sondern weil ich dieses tiefe innere Wissen kenne.
Diesen Moment, in dem etwas in mir so klar ist, dass ich losgehen kann, obwohl ich den ganzen Weg noch nicht sehe.
Manchmal ist das mutig.
Manchmal vielleicht auch ein bisschen naiv.
Und manchmal wahrscheinlich beides.
Aber ohne diesen Teil in mir wären wir vielleicht an manchen Stellen nie losgegangen.
Und vielleicht brauchten wir genau dafür uns beide. Das Team "Ralf & Daniela"
Heute können wir darüber lachen.
Über mein:
„Wir fahren im September.“
Und Ralfs inneres:
„Oh mein Gott, wie sollen wir das machen?“
Über unser gemeinsames:
„Das ist unser Haus.“
Noch bevor wir auch nur einen Fuß hineingesetzt hatten.
Und über diesen ziemlich absurden Moment, als uns kurz darauf erklärt wurde, dass unser Haus leider schon jemand anderem gehörte.
Über neun Tage, in denen wir gefühlt unser komplettes Leben einmal auf links drehten.
Und natürlich darüber, dass unsere große dreimonatige Europareise zunächst ungefähr 15 Kilometer weit führte.
Aber hinter all diesen Geschichten steckt für uns heute noch etwas anderes.
Vielleicht funktioniert unser gemeinsamer Weg gerade deshalb, weil wir nicht gleich sind.
Ich bringe oft dieses Vertrauen mit:
Geh. Der Weg zeigt sich.
Ralf bringt die Frage mit:
Okay. Und wie bauen wir den Weg jetzt so, dass wir darauf auch laufen können?
Und manchmal wechseln wir sogar die Rollen.
Denn natürlich ist Ralf intuitiv.
Und natürlich kann auch ich organisieren, rechnen und umsetzen.
Wir sind beide Menschen, die nicht lange nur über eine Idee reden wollen.
Wenn wir etwas wirklich wollen, dann machen wir.
Nur der Moment vor diesem "Machen" fühlt sich bei uns manchmal ziemlich unterschiedlich an.
Und vielleicht liegt genau darin unser gemeinsames Gleichgewicht.
Heute, am 09.09.2026
Vier Jahre.
Wenn wir heute zurückschauen, fühlt es sich gleichzeitig unglaublich lange und wie gestern an.
So viel ist seitdem passiert.
So vieles, von dem wir damals noch überhaupt keine Ahnung hatten.
Unsere Märkte.
Unsere Produkte.
Die Baum-Aloe.
Encanto da Madeira.
Menschen, die gekommen und gegangen sind.
Ideen, die entstanden sind.
Dinge, von denen wir Abschied nehmen mussten.
Neue Wege, die wir niemals hätten planen können.
Und immer wieder dieses Madeira, das irgendwann nur ein Gefühl gewesen war und heute unser Zuhause ist.
Vielleicht würden wir heute einiges anders machen.
Vielleicht würden wir manches besser planen.
Vielleicht auch nicht.
Aber diesen 9. September würden wir nicht verändern wollen.
Denn an diesem Morgen fuhren wir nicht einfach nur mit einem Wohnwagen los.
Wir hatten aufgehört, auf den perfekten Moment zu warten.
Wir hatten keine Ahnung, was vor uns lag.
Wir wussten nur, dass hinter uns etwas zu Ende gegangen war.
Und dann fuhren wir los.
Richtung Kroatien.
Na ja.
Erst einmal Richtung Campingplatz.
15 Kilometer weiter. 😂
Und irgendwie finden wir:
Passender hätte unser neues Leben gar nicht beginnen können.
Denn vielleicht bedeutet Vertrauen gar nicht, dass alles so kommt, wie man es geplant hat.
Vielleicht bedeutet es manchmal einfach:
Losfahren.
Auch wenn man nach 15 Kilometern erst einmal wieder stehen bleibt.
Daniela & Ralf 🤍
Encanto da Madeira
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